UV-Schutz für die Augen – Woran erkennt man eine gute Sonnenbrille für den Wassersport?

Date: 28 Jun 2010 - Author: Markus - Category: Kiteboarding Tipps Triggernaut Windsurfing - Comments: 1
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Safety-Tipp: UV-Schutz für die Augen




Jeder Wassersportler kennt das nur zu gut, man paddelt zum Line Up, hat einen Traumsonnentag beim Windsurfen, Segeln oder schaut zu seinem Kite in den Zenith und die geliebte Sonne brennt. Die Sonnenstrahlen spiegeln sich auf der Wasseroberfläche und man wird geblendet und sieht so gut wie nichts mehr, Spritzwasser schlägt einem in die Augen und rötet diese. Die Reizung der Augen kommt allerdings nicht nur vom Salzwasser. Der Grund ist die ausgiebige Sonneneinstrahlung und deren Reflektion auf dem Wasser, der jeder Wassersportler genauso wie jeder Alpinsportler im Winter ausgesetzt wird.


Wenn eure Augen sich nach einem ausgiebigen Tag auf dem Wasser angestrengt anfühlen, gerötet oder verspannt sind oder gar tränen, sind das Alarmzeichen, die ihr nicht ignorieren solltet.


Leider spürt man diesen ‘Augen-Sonnenbrand’ erst dann, wenn die Augen bereits gereizt sind. In diesem Fall solltet ihr euren Augen unbedingt ein paar Tage Sonnenpause gönnen – aber den besten Wassertag oder den kostbaren Wintertrip aufs Spiel setzen? Nie im Leben! Also dann doch lieber vorbeugen und abends mit entspannten Augen den Sonnenuntergang genießen.
Wer fährt in den Skiurlaub ohne Sonnenbrille oder wer cremt sich im Sommerurlaub nicht ein? UV-Schutz für die Augen ist auch beim Wassersport nicht nur sinnvoll, sondern ein notwendiger Schutz eines der wichtigsten Sinnesorgane.


Triggernaut hat in Zusammenarbeit mit dem Marketingleiter und Sportbrillenfachmann Florian Gisch von der Wetzlich Optik-Präzision GmbH, einem der renommierten Brillenglashersteller und Sportbrillenverlaser in Deutschland mit Sitz in Viersen die wichtigsten Daten und Fakten zum Thema Sonnenschutz für das Auge zusammengestellt.


Worauf sollte man beim Kauf einer Sonnenbrille für den Wassersport achten?


UV-Schutz


Die wichtigste Aufgabe einer Sonnenbrille ist der Schutz der Augen vor der schädlichen UV Strahlung. Letztlich geht es darum, alle Anteile des Lichtes mit einer kurzwelligeren Strahlung als 400nm (daher der oftmals verwendete Aufkleber UV400) daran zu hindern, das Auge zu erreichen. UV Strahlung führt sowohl zur Eintrübung und somit nachhaltigen Schädigung der Hornhaut als auch bei häufiger Schädigung zu einer Gelbfärbung der Linse. Oftmals propagierte Schädigungen der Netzhaut sind zugegeben selten – jedoch stellt sich die Frage: Weshalb etwas riskieren?


Um einen optimalen Schutz sicherzustellen kauft nur Brillen mit einem CE-Zeichen und der Aufschrift EN 1836:1997 auf der Innenseite des Brillenbügels. Diese Markierungen belegen, dass die Brille in Sachen UV-Schutz grundlegende Sicherheitsforderungen aus europäischen Richtlinien erfüllt. Der australische Standard NZS 1067 und der amerikanische Standard ANSI Z 80.3 erfüllen ähnliche Anforderungen wie der europäische Standard und können ohne Bedenken in die Wahl einbezogen werden. Es gibt allerdings keine unabhängige Instanz, die jedes Modell einzeln prüft. Wenn ihr ganz sicher gehen wollt, könnt ihr den UV-Schutz eurer Brille aber beim gut ausgestatteten Augenoptiker per Messgerät überprüfen lassen.


Blendschutz


Oftmals werden UV-Schutz und Blendschutz durcheinander gebracht. Selbst bei 100%tigem UV-Schutz kann es zu Blendungen kommen, wenn die Tönung der Brillengläser zu gering gewählt ist. Auch Gläser mit leichter Tönung (44-80% Lichtdurchlässigkeit) können einen vollständigen UV-Schutz beinhalten, sich jedoch für den jeweiligen Einsatzbereich als völlig ungeeignet erweisen, da kein ausreichender Lichtschutz vorliegt. Gerade auf dem Wasser, Sand oder Gletscher wird die bereits vorhandene Helligkeit durch Sonnenstrahlung zusätzlich durch die bei Wasser ca. 20%tige und bei einem Gletscher sogar 85%tige Reflexion von Licht deutlich intensiviert.


Für den Wassersport ist eine Tönung von ca. 80% (dunkel getönt / sehr dunkel getönt) zu empfehlen. Für den dauerhaften Gletschereinsatz empfiehlt sich sogar eine Brille mit 90% Tönung.


Tönung von Sonnenbrillen


Infrarotstrahlung


Sie sind für das Auge unsichtbar. Diese können zu verminderter Tränenflüssigkeit führen und bewirken ein Brennen der Augenlider. Langfristig gesehen, ruft diese schädliche Wirkung eine Dehydrierung und ein langsames ‘verbrennen’ des Gewebes der Augenlinse hervor. Dies kann zu frühzeitigem Grauen Star führen. Der Begriff Grauer Star (Katarakt) bezeichnet Augenkrankheiten, bei denen sich die Augenlinse trübt. Der Graue Star ist weltweit die häufigste Ursache für Erblindung, wobei es sich in 90 Prozent der Fälle um eine sogenannte Alterskatarakt handelt. Der graue Star kam in der Vergangenheit gerade bei Seefahrern häufig vor, die der Sonne auf See intensiv ausgesetzt waren.


Sichtbares Licht


Es ermöglicht die Wahrnehmung von Farben und Formen. Setzt man sich für längere Zeit ungeschützt dem sichtbaren Licht aus, kann dies ein Schwindelgefühl oder kurzzeitige Sehbehinderungen zur Folge haben.


Ultraviolette Strahlung


Sie sind für das Auge unsichtbar und für die Schädigung der Zellen und Gewebe verantwortlich. Sie sind schädlicher als alle anderen Strahlen und führen zur irreparablen Netzhautschäden. Sie werden unterteilt in UVA- (315-380nm) und UVB-Strahlen (280-315nm), die u.a. auch Sonnenbrand oder sogar Verbrennungen hervorrufen können. Reflektionen auf Wasser oder Schnee erhöhen zusätzlich die oben genannten Gefahren von dauerhaften Schäden. Wasser spiegelt die Sonnenstrahlen bis zu 20%, Sand zu 10% und Neuschnee sogar bis zu 85%. Hier ist also Vorsicht geboten und jeder kennt das aus dem hochalpinen Bereich, dass man beim Skifahren ohne Sonnenbrille abends gereizte Augen hat. Aus diesem Grund sollte man beim Kauf einer Sportsonnenbrille auch bei der Glasform und Größe auf ausreichend Schutz von unten achten!


Farbe der Gläser


Die Farbe der Gläser steht in keinem Zusammenhang mit dem UV-Schutz. Die Intensität der Tönungsfarbe beeinflusst lediglich den Blendschutz (siehe Bild Tönung). Braune, graue und grüne Gläser verfälschen Farben am wenigsten, so dass die genannten Tönungen sowohl im Alltag wie z.B. im Straßenverkehr als auch bei der Ausübung des Sports erste Wahl sein sollten.


Färbungen von Sonnenbrillen


Polarisierende Gläser


Unter die Rubrik „sinnvolle Zusatzausstattung“ fällt ein Polarisationsfilter. Dieser verhindert Lichtreflexe und Spiegelungen, beispielsweise auf Wasser- oder glatten Oberflächen und filtert reflektiertes Blendlicht fast komplett raus. Die Augen müssen sich somit weniger oft auf verschiedene Lichtverhältnisse einstellen und ermüden weniger schnell. Die Detailschärfe, das Kontrastsehen und die farbliche Wahrnehmung des Auges werden verbessert. Das Sehen wird also insgesamt angenehmer. Vor allem für Wassersportler ist ein Polfilter ein absolut empfehlenswertes Extra. Um die Vorteile polarisierter Brillengläser zu erleben, solltet ihr eine solche Brille einfach mal aufsetzen und im Sonnenlicht auf eine Wasseroberfläche schauen. Darüber hinaus besitzen die meisten Augenoptiker ein Polarisations-Demonstrationsgerät, was den Effekt des Polfilters ebenfalls deutlich werden lässt.


Polarisation bei Sonnenbrillen


DriveWear- Gläser


DriveWear Gläser vereinen für den Wassersportler gleich zwei sinnvolle Funktionen in einem Glas:
1. Drivewear-Brillengläser sind fähig, variierende Lichtverhältnisse außerhalb und innerhalb des Autos wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Die Gläser reagieren dabei auf sichtbares Licht und UV-Licht und verändern die Farbe und den Tönungsgrad des Glases dementsprechend. Bei diffusem Licht sind die DriveWear Gläser z.B. gelb/grün und erhöhen den Kontrast beim Sehen (sehr nützlich bei nebeligen Wetter).Bei starker Sonneneinstrahlung im Außenbereich färben sich die Gläser zu einen tiefen rot/braun und verringern die Blendwirkung für den Träger der Brille.
2. Drivewear-Brillengläser bieten darüber hinaus Blendschutz durch Polarisation mit den unter dem oben ausgeführten Punkt Polarisation beschriebenen Vorteilen für den Träger. Drivewear-Brillengläser bieten somit für den Wassersporttler bei allen Lichtverhältnissen vom hellen Sonnenschein mit intensivem, grellem Licht bis hin zu unfreundlich bedecktem Himmel die passende Lösung.


Korrektion in Sonnenbrillen


Die Brillenträger unter den Wassersportlern haben bei vielen Triggernaut Modellen oder Modellen anderer Hersteller die Möglichkeit, sie mit Gläsern in individueller Stärke auszurüsten zu lassen. Alternativ kann die Sehschwäche mit Kontaktlinsen auskorrigiert werden. Für nähere Informationen dazu solltet ihr euch an euren Augenoptiker oder Kontaktlinsenfachmann wenden, da dieses Thema eine ganz individuelle Beratung erfordert.


Die Brillenglasindustrie hat in diesen Bereichen in den letzten Jahren viel getan. Waren noch vor 5 Jahren große durchgebogene Fassungen in Sehstärke nahezu Utopie, ist mittlerweile durch die Einführung neuer Glastypen nicht nur die Verglasung möglich, sondern auch in entsprechend ansprechender Abbildungsqualität – und genau das ist auch der Qualitätsunterschied bei den Angeboten.


Verglasungsclip bei Sonnenbrillen


Eine Starke Durchbiegung (Kurve) der Gläser in Kombination mit höheren Stärken und/oder einer Hornhautverkrümmung führt bei der Verwendung von normalen Brillengläsern zu Verzerrungen in den Randbereichen der Gläser. Ist man im Sport auf eine schnelle Bewegung der Augen angewiesen, kann einem hierbei ein richtig flaues Bauchgefühl entstehen. Eine moderne Berechnung der Gläser verschafft hier jedoch Abhilfe. Da nicht jeder Optiker gerne Sportverglasungen macht, solltet ihr darauf achten, dass der besuchte Optiker auch Kompetenz im Bereich der Sportbrillenverglasung aufweist.


Text: Florian Gisch und Felix Grimme
Bilder: Alexander Kropf




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